Nach 50 Jahren bleibt "Lerche" am Boden Schaumburger Nachrichten vom 28.03.2006 "Alouette II" jetzt offiziell außer Dienst gestellt / Erinnerungs-Exemplar in der Schäfer-Kaserne Bückeburg. Auf dem Achumer Flugplatz sind am Donnerstag die letzten fünf von ehemals 247 Exemplaren des Verbindungs- und Schulungshubschraubers "Alouette II" offiziell außer Dienst gestellt worden. Nachdem im Dezember 2005 der letzte reguläre Lehrgang beendet worden war, wurde jetzt die "Ausphasung", wie das Ende offiziell heißt, noch einmal feierlich, mit Antreten, einer Rede des Generals der Heeresflieger und vielen ehemaligen Fliegern und Technikern begangen. Und natürlich mit Erinnerungen und Wehmut. Gelegenheit dazu bot ein anschließendes Hallenfest. 47 Jahre hat die französische "Lerche" den Heeresfliegern gedient. In den Divisionsstaffeln als Verbindungs- und Beobachtungs-, an der Schule als Schulungshubschrauber. Sie hat sich bewährt bei Hochwasser-, Schnee- und Waldbrandkatastrophen, bei militärischen und zivilen Übungen, bei Kranken- und Materialtransporten, bei Kurierflügen, Sucheinsätzen und fliegerischen Wettbewerben. Die "Lerche" war bis zuletzt ein geduldiges, robustes und effektives Ausbildungsgerät für Generationen von Piloten bei Bundeswehr, Bundesgrenzschutz und Polizei. Seit 1959 hatte sich der kleine, wendige Turbinenhubschrauber zu einem gediegenen und beliebten Ausbildungsgerät entwickelt, das in jeder Kasernenecke und in fast jede Waldlichtung passte. Das immer ansprang, militärischen Führern und ihren Gehilfen Überblick, persönlichen Eindruck und oft auch Prestige verschaffte und das den Heeresfliegern auf den Weg in bis dahin unbekannte Betätigungsfelder half. Nachtflug, Verwundetentransport, Fliegen mit Außenlast und Waffeneinsatz vom Hubschrauber gehen auf Versuche mit der "Alouette" zurück. Die Entwicklung der heute gültigen Konzepte für die fliegerische Ausbildung begann mit Erkenntnissen in den verschiedenen Modell-Lehrgängen in Bückeburg. So ist es auch nur konsequent, dass die letzten beiden "Azubis" noch einmal nach dem Jahrzehnte praktizierten 100-Stunden-Programm ausgebildet wurden. In einen Lehrgang hatten die "Sonderschüler" wegen ihres persönlichen militärischen Hintergrundes nicht gepasst und die verbliebenen Restflugstunden konnten so optimal genutzt werden. Und damit der nicht gerade erfreuliche Anlass nicht in Traurigkeit ausuferte, feierte der Fluglehrer der beiden, Hauptmann Frank Hänschen seine 5000. Flugstunde und setzte mit rund 3350 Stunden auf der Alouette noch mal ein Highlight. Außerdem erhielten die Leutnante Daniel Scherer und Sebastian Otte als die letzten Flugschüler auf "Alouette II" die begehrten "Schwingen" an ihrem Ausbildungsplatz. Um Liebhabern und Freunden der "Lerche" den Anblick und ein Fotomotiv zu erhalten wird die "German Army 7511" als Älteste mit rund 11 500 Flugstunden "auf der Zelle" in Sonderbemalung an der Wache der Schäfer-Kaserne auf dem Sockel zur Schau gestellt. In den vergangenen beiden Wochen hat sich der "Color Bird" auf einem Deutschlandflug von allen aktiven und ehemaligen Heeresflugplätzen verabschiedet. ![]() Letztes Foto mit der "Lerche": Hauptmann Frank Hänschen, Leutnant Sebastian Otte, Leutnant Daniel Scherer, Hauptmann Eckhard Theiwes (von links) vor der "Alouette II". |
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